Fassadenrekonstruktion

Vor der Rekonstruktion

Es können verschiedene Vorgehensweisen bei der Rekonstruktion angewandt werden, welche sich im Grad der Originaltreue und in der Sensibilität zur Umsetzung unterscheiden.

  • Originalgetreue Rekonstruktionen von Bauwerken werden nach aufwendiger Quellenforschung möglichst mit denselben Materialien und denselben Methodologie-Methoden durchgeführt. Oft werden noch vorhandene Originalbauteile verwendet. Diese Art der Rekonstruktion findet sich vor Allem bei kulturhistorisch bedeutenden Bauwerken, die dann als Anschauungsobjekt dienen und museal genutzt werden.
  • Nachempfundene Rekonstruktionen nennt man Rekonstruktionen, welche auf Grund mangelnder Quellenlage den Anforderungen an Originaltreue nicht genügen. Typische Beispiele sind etwa, wenn von Gebäuden nur noch Fassadenpläne oder Bilddokumentation erhalten sind – der Rest der nötigen Information wird durch Vergleich mit ähnlichen zeitgenössischen Objekten so gut wie möglich „neu erfunden“.
  • Interpretierende Rekonstruktionen fertigen ein auf der Grundlage der historischen Quellen gemachten neuen Entwurf. Es entstehen Gebäude oder Gebäudeteile, die dem Charakter und Gesamteindruck des Originals entsprechen, ohne den Versuch einer eins-zu-eins-Kopie.  Diese Methode leitet sich aus der Neutralretusche der modernen Restaurierung ab.
Nach der Rekonstruktion

Doch selbst wenn ein Gebäude weitgehend originalgetreu wieder entsteht: Baurechtlich kommt eine Rekonstruktion einem Neubau gleich und ist daher im Allgemeinen kein Baudenkmal im Sinne des Denkmalschutzes.